Wer an das Pflanzen von Blumen und Sträuchern denkt, hat meist den Frühling vor Augen. Doch die Rose liebt auch eine Pflanzung im Herbst. In dieser Phase bietet die Natur meist optimale Bedingungen, damit sich die Gehölze bestmöglich etablieren und im kommenden Frühjahr kraftvoll austreiben können.
Nachfolgend schauen wir auf die Vorteile und Nachteile der Pflanzung von wurzelnackten Rosen im Herbst und ziehen Vergleiche zu einer Pflanzung im Frühjahr.
Wurzelwachstum vor der Winterruhe
Im Herbst sinken die Lufttemperaturen, das oberirdische Wachstum verlangsamt sich und geht schließlich in eine Winterruhe. In dieser Zeit mit sinkenden Lufttemperaturen speichert der Boden die Wärme noch recht lange. Bis die Bodentemperatur unter 5°C sinkt, bilden Rosen weiter Feinwurzeln aus. Eine im Herbst gepflanzte Rose verbindet sich so mit ihrem unmittelbaren Bodenumfeld.
Mykorrhiza-Pilze die Wurzelhelfer
Im Boden verbinden sich nicht nur die Wurzeln mit dem Boden, sondern auch das Bodenleben mit den Wurzeln. Eine besondere Bedeutung für die Nährstoffversorgung der Rosen, spielen Mykorrhiza-Pilze. Sie besiedeln die Rosenwurzeln und leben in Symbiose mit ihnen. Die Rose versorgt die Mykorrhiza-Pilze mit Zucker, im Gegenzug helfen die Mykorriza-Pilze der Rose bei der Erschließung von Nährstoffen, insbesondere Phosphor, aus dem Boden.
Auch Mykorriza-Pilze sind aktiv solange die Bodentemperaturen nicht unter 5°C fallen. Findet eine Besiedelung mit Mykorriza-Pilzen schon im Herbst statt, sorgt das für eine bessere Nährstoffversorgung der Pflanzen im Frühjahr.
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Wachstumsvorsprung im Frühjahr
Wenn im Frühjahr mit der steigenden Sonneneinstrahlung das Wachstum der oberirdischen Triebe beginnt, greift eine im Herbst gepflanzte Rose schon auf ein etabliertes System an Feinwurzeln zurück. Sie kann schneller los wachsen, als eine im Frühjahr gepflanzte Rose, die weniger Zeit hatte, Feinwurzeln auszubilden.
Wie groß der Wachstumsvorsprung bei einer Herbstpflanzung ist, hängt stark davon ab, wie der Anstieg der Temperaturen im Frühjahr verläuft und ob der Winter die im Herbst gepflanzten Pflanzen geschwächt hat.
Risken der Herbstpflanzung
Jetzt, wo wir die Vorteile der Herbstpflanzung hervorgehoben haben, wollen wir Risiken nicht verschweigen. Die größte Gefahr bei der Überwinterung der im Herbst gepflanzten Rosen sind das Vertrocknen oder Erfrieren der Pflanzen. Mit den richtigen Pflanz- und Pflegemaßnahmen, können wir diese Risiken jedoch sehr klein halten.
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Wurzelnackte Rosen werden im Herbst geerntet und können ab Mitte/Ende Oktober gleich frisch gepflanzt werden. |
Topfrosen haben bereits einen Wurzelballen mit Feinwurzeln im Topf ausgebildet und können ebenso gut im Herbst gepflanzt werden. |
Rosen im Topf und wurzelnackte Rosen pflanzen
Im Herbst und im Frühjahr können Sie sowohl wurzelnackte Rosen als auch Rosen im Topf pflanzen. Die Rose im Topf bringt schon Feinwurzeln im Topfballen mit. Lesen Sie eine ausführliche Pflanzanleitung für wurzelnackte Rosen und Rosen im Topf. In diesem Beitrag schauen wir, besonders darauf, wie man durch die Art der Pflanzung den Risiken der Überwinterung begegnen kann.
Veredelungsstelle unter die Erde setzen
Sowohl eine wurzelnackte Rose als auch eine Topfrose sollten Sie so pflanzen, dass die Veredelungsstelle rund 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Die Veredelungsstelle ist der Punkt, an dem die grünen Äste, der oberirdische Sprossteil der Rose entspringt. Deshalb ist es besonders wichtig, dieses Pflanzenteil gut gegen Frost und Trockenheit zu schützen, indem man die Erde anhäufelt.
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| Wurzelnackte Rosen: Veredelungsstelle 5 cm unter die Erdoberfläche setzen und anhäufeln | Topfrosen: Veredelungsstelle 5 cm unter die Erdoberfläche setzen |
Anhäufeln zum Schutz der Triebe
Nach dem Auffüllen und Angießen des Pflanzloches, sollten Sie das Pflanzloch ganz auffüllen und zusätzlich einen kleinen Erdhügel um die grünen Triebe (Äste) herum anhäufeln. Der locker aufgeschüttete Erdhügel sollte so hoch sein, dass nur noch die Spitzen der Triebe herausschauen.
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Schutz vor Vertrocknen und Erfrieren
Weil Rosen auch über ihr grünes Holz Feuchtigkeit verdunsten ist das Anhäufeln unbedingt notwendig, um die Triebe (Äste) und mit ihnen die kleinen Knospen (Augen) vor dem Austrocknen zu schützen. Der Erdhügel um die Rosentriebe herum ist gleichzeitig ein Schutz vor dem Wind, der das Austrocknen und Erfrieren vorantreiben kann.
Praxis-Tipp: Rosen können auch vertrocknen, wenn der Boden gefroren ist und keine Feuchtigkeit an die Pflanzenwurzeln abgibt und gleichzeitig im Frühjahr die Lufttemperatur höher liegt, sodass die über der Erde befindlichen grünen Triebe Wasser verdunsten. Daher ist es wichtig, nach jeder längeren Frostperiode frisch gepflanze Rosen zu gießen. Der Boden friert trocken und kann der Rose die Feuchtigkeit entziehen.
Hinweise zum Winterschutz finden Sie im Blogartikel "Winterschutz für Rosen - Was sollte man tun?"





