Die Bioland Rosenschule Ruf kultiviert seit mehr als 20 Jahren Rosen zur Blütenernte. Auf unserem Blütenpflückacker haben wir Rosensorten angepflanzt, die sich besonders gut zur Blütenernte und Verarbeitung eignen. Darunter finden sich viele historische Rosen, Rugosa-Rosen und moderne Züchtungen mit besonders gutem Duft und Geschmack. Wir sind überzeugt, dass die biologische Produktion die Grundlage für ein gesundes und schmackhaftes Rosenprodukt ist.
Von Anfang Juni bis Anfang September ernten wir Rosenblüten-Blätter und ganze Rosenblüten. Diese werden direkt zu Rohstoffen wie getrockneten Rosenblüten, Rosenmus oder Rosensud verarbeitet. Aus den Rohstoffen entstehen im nächsten Schritt die verschiedenen Köstlichkeiten, die Sie unter Kulinarisches aus Rosen finden. Direkt vor Ort verarbeitet Konditormeisterin Nanetta Ruf (KondiTOURei) unsere Rosenblüten zu allerlei kulinarischen Highlights.
Rosensorten für die Verarbeitung
Will man Rosen für die Blütenernte und zur Verarbeitung anbauen, dann ist die Wahl geeigneter Rosensorten die Grundlage für den guten Geschmack. Der Duft der Rosensorten ist bei der Auswahl besonders wichtig. Denn so, wie eine Rose duftet, so schmeckt sie auch. In der Liste Rosen zur Blütenernte (rund 70 Sorten) finden Sie unsere Empfehlung geeigneter Sorten. Sie sollten überlegen, ob Sie einmalblühende oder mehrmalsblühende Sorten bevorzugen. Mehrmalsblühende Sorten können Sie über einen längeren Zeitraum beernten. Unter den einmalbühenden Sorten finden Sie jedoch Sorten mit einem besonderen Geschmack oder einer außergewöhnlich schönen Farbe. Nutzen Sie zur Auswahl den Filter "Einmal- oder mehrmalsblühend".
Einen besonders guten Duft und Geschmack haben viele der sogenannten historische Rosen (rund 50 Sorten) Sie haben oft ein besonders tiefes und vielschichtiges Aroma. Noch kräftiger im Geschmack und mit einer fruchtigen Note sind Rugosa-Rosen (Kartoffelrosen rund 30 Sorten) die sich auch hervorragend für die Herstellung von Tees eignen. Daneben finden Sie aber auch viele andere Rosen-Sorten mit einem guten Geschmack, wie 'Theo Clevers' (Rosa), 'Westerland' (Orange), 'Für Elise' (Violettrot), 'Eveline Wild' (Orange) und 'Citroncello' (Gelb).
Rosen zur Blütenernte
Unsere Empfehlung mit ausgewählten Sorten für die kulinarische Verarbeitung.
Wie man Rosen-Aromen einfängt
Bei der Ernte und Verarbeitung ist es besonders wichtig, die Frische der Rosenblütenblätter (Kronblätter) zu erhalten.
Geerntete Rosenblüten und Rosenblütenblätter welken schnell und die ätherischen Öle und Aromen sind leicht flüchtig. Kühlen Sie die geernteten Blütenblätter so schnell wie möglich, um den guten Geschmack zu erhalten.
In der Rosenschule Ruf sind die Wege kurz zwischen dem Rosenpflückacker und der Trocknung und Verarbeitung. Die Weiterverarbeitung erfolgt meist am gleichen Tag, sodass wir einen hohen Gehalt an Aromen einfangen können.
Fünf Tipps für top Rosen-Geschmack!
Die Ernte von Rosenblütenblättern
Rosenblütenblätter richtig trocknen
Die Trocknung von Rosenblütenblättern sollte schonend bei niedrigen Temperaturen von 30°C bis 40°C erfolgen, um möglichst viele Aromen zu erhalten. Im Backofen mit Umluft sind 30°C bis 35°C ideal.
Die getrockneten Blütenblätter werden bei uns zunächst in große Beutel von 1 kg und 500 g abgefüllt und weiteren Qualitätskontrollen unterzogen. Die großen Beutel verkaufen wir auch zur Weiterverarbeitung. Getrocknete Blütenblätter sollten kühl, lichtgeschützt und trocken gelagert werden, da sie sonst ausbleichen und an Geschmack verlieren.
Paxis-Tipp: Nicht alle Sorten halten ihre Farbe gleich gut bei der Trocknung. Besonders rosafarbene Blüten bleichen manchmal aus. Zwei Sorten, die ihre rosa Farbe besonders gut halten, sind 'Sidonie' und 'Theo Clevers'. Ein besonders schönes Rot in der Trocknung liefert die Sorte 'Indigo'.
Rosenblüten-Tee in Farbsortierungen
Die Ernte ganzer Rosenblüten
Der Geschmack sitzt zwar primär in den Blütenblättern (Kronblättern), doch die Ernte ganzer Rosenblüten kann aus mehreren Gründen sinnvoll sein.
Schutz der Aromen
Die Duft- und Geschmacksstoffe der Rose sind leicht flüchtig. Bei der Ernte loser Blütenblätter entstehen kleine Verletzungen, an denen die Aromen vermehrt verdampfen. Die Wundheilung verbraucht Zucker und beschleunigt die Welke. Bricht man die Blüte als Ganzes ab, entsteht nur eine einzelne Wunde unterhalb des Blütenbodens. Die Kelchblätter und der Blütenboden halten die Kronblätter außerdem schön gefächert zusammen. Der Verlust von Aroma und Farbe ist geringer.
Frischer Versand als ganze Blüten
Die Haltbarkeit von losen, frischen Rosenblütenblätter ist so gering, dass wir sie nicht per Paketpost verschicken können. Ganze Rosenblüten hingegen haben eine längere Haltbarkeit. Der Blütenbecher und die grünen Kelchblätter geben ihre Feuchtigkeit an die Kronblätter weiter. Weil der Blütenkelch die Kronblätter schön gefächert hält, kleben sie auch nicht aufeinander. Deshalb können wir frische ganze Rosenblüten gekühlt und per Express-Versand innerhalb von Deutschland versenden.
Ganze Blüten zur Dekoration und Verarbeitung
Sie können ganze Blüten auch gut für Dekorationszwecke nutzen. Beliebt ist unser Tortenset mit 15-Blüten, das gerne zur Torten- oder Tischdekoration verwendet wird. Sie können aber ganze Blüten auch bestellen, um sie zu kulinarischen Produkten weiterzuverarbeiten.
Ganze frische Rosenblüten
Von Anfang Juni bis Anfang September ernten wir ganze Rosenblüten-Köpfe. Bei Regen kann jedoch aus Qualitätsgründen nicht geerntet werden. Hier können Sie eine Lieferung anfragen:
Kulinarisches aus Rosen
Rezept für Rosenblüten-Sirup
Woher kommt der Geschmack der Rosen?
Der unverwechselbare Rosenduft entsteht durch das Zusammenspiel aus vielen verschiedenen organischen Verbindungen wie Therpenen, ätherischen Ölen und Alkoholverbindungen, die die Pflanzen in winzigen Duftdrüsen auf den Blütenblättern (Kronblättern) und in Drüsenhaaren auf den Kelchblättern produzieren. Dabei kann eine Rose über 400 verschiedene Einzelsubstanzen in ihrem Duft vereinen. Die nachfolgenden Verbindungen haben einen besonders großen Einfluss auf den Geruch und Geschmack der Rosen:
- Rosenoxid: Intensiver, blumiger, leicht "grüner" Duft, den die menschliche Nase gut wahrnimmt.
- Geraniol: Süßer, blumiger Geruch mit fruchtigen Noten.
- Citronellol: zitrusartige Nuance, die dem Duft Leichtigkeit verleiht.
- Phenylethylalkohol: Honigsüße und warme Note im Hintergrund.
Wir schmecken die Aromen beim Essen zu einem großen Teil über die Nase. Die flüchtigen Aromen wandern zur Riechschleimhaut – der "Geschmack" ist also zum Großteil Duft!
Wo die Aromen produziert werden
Betrachtet man ein Rosenblütenblatt unter einem starken Mikroskop, wird das Geheimnis sichtbar: Die Oberfläche ist kein glattes Gewebe, sondern dicht besiedelt von winzigen Strukturen, die für die Duft-/Geschmacksproduktion verantwortlich sind:
- Duftdrüsen (Osmophoren): Auf der Ober- und Unterseite der Blütenblätter sitzen diese Zellen, die oft kegelförmig hochstehen. In diesen Zellen sitzen die Stoffe (Enzyme), die die Duftstoffe herstellen.
- Drüsenhaare (Trichome): Bei einigen Rosenarten/-sorten (z.B. Gruppe der Moschusrosen) befinden sich an den Kelchblättern und Blütenstielen winzige Drüsenhaare, die ein klebriges und harzig-würzig duftendes Sekret absondern.
Produkte zur Verarbeitung
Wenn Sie mit Rosenblüten kochen oder backen möchten und keinen eigenen Garten haben, schauen Sie sich an, welche Rohstoffe wir Ihnen anbieten können.
